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11. Juli 2020

Bonifatius trifft Kilian

"Wenn wir nicht zu Bonifatius pilgern können, dann kommt Bonifatius zu uns nach Kalbach“. Unter diesem Motto stand der Gottesdienst „Bonifatius trifft Kilian“ am vergangenen Samstag im Pfarrgarten von St. Bonifatius, Uttrichshausen. Prof. Werner Kathrein, Domdechant in Fulda, war mit der Reliquie, die dem Grab des Hl. Bonifatius während der Napoleonischen Zeit entnommen worden war, nach Uttrichshausen gekommen, um dort gemeinsam mit Pfarrer Viertelhausen, Pastoralreferent Stephan Schilling und zahlreichen Gläubigen einen Gottesdienst zu Ehren des „Apostels der Deutschen“ und des Heiligen Kilian, Namenspatron unserer Pfarrgemeinde, zu feiern und mit der Reliquie den Segen zu spenden.


Prof. Kathrein, der wie Pfarrer Viertelhausen gebürtig aus Amöneburg stammt, der Stadt, in der die erste Klostergründung des Hl. Bonifatius stattfand, und seit 1986 im Bistum Fulda tätig ist, das bekanntlich ebenfalls auf Bonifatius zurückgeht, wurde von Pfarrer Viertelhausen als idealer Zelebrant für diesen Anlass vorgestellt, da er gewissermaßen sein ganzes Leben auf den Spuren des Missionars verbracht habe.

In seiner Predigt, die zeitweise Züge einer kurzweiligen Geschichtsstunde annahm, was Prof. Kathrein mit seiner früheren Tätigkeit als Professor für Kirchengeschichte in Fulda gekonnt rechtfertigte, stellte er zunächst vor allem die Unterschiede zwischen Bonifatius und Kilian heraus. Die beiden seien sich zwar in ihrer heutigen bildlichen Darstellung sehr ähnlich, stammten aber aus völlig unterschiedlichen geistigen Welten. Während der iroschottische Wanderbischof Kilian ein Leben als Eremit geführt, sich ganz der Mission verschrieben habe und regelmäßig mit den Mächtigen seiner Zeit aneinandergeraten sei, habe der Brite Bonifatius vor allem Wert auf den Aufbau einer Kirchenorganisation in den hiesigen Landen gelegt und deshalb mit den Herzögen und Fürsten zusammengearbeitet. Bonifatius und Kilian sind sich nie begegnet. Vermutlich, so Kathrein, waren sie zu verschieden, als dass sie gut miteinander hätten auskommen können. 


Dennoch betonte er zwei Gemeinsamkeiten, die die beiden Missionare verbanden: Ein unerschütterliches Vertrauen auf das Wort Gottes und das starke Gefühl, dazu berufen zu sein, Zeugnis für den Glauben abzulegen. Mit dieser Feststellung zog Prof. Kathrein die Linie in die Gegenwart, in der nicht nur die Stellung der Kirche in der Gesellschaft von Tag zu Tag mehr ins Schwanken zu kommen scheint, kürzlich durch die Einschränkungen infolge der Pandemie noch verstärkt, sondern auch innerhalb der Kirche in vielen Fragen höchst unterschiedliche Positionen vertreten würden. In diesen Zeiten sollten die beiden Grundüberzeugungen von Kilian und Bonifatius deshalb ein Leitfaden für die Kirche sein. In diesem Zusammenhang griff er auch das Tagesevangelium wieder auf, das Gleichnis vom Sämann. Allen Gläubigen seien von Gott Samenkörner gegeben, die sie ausbrächten, indem sie Zeugnis für ihren Glauben ablegten. Für das weitere Gedeihen dieser Samen sei aber vor allem das Vertrauen auf das Wort Gottes und sein förderliches Eingreifen nötig, gerade in solch schweren Zeiten wie diesen. Er fasste dieses nötige Vertrauen in die prägnante Gebetsformel „Gott, mach du’s!“


Am Ende des Gottesdienstes spendete Prof. Kathrein mit der Reliquie des Hl. Bonifatius den Segen. Die Reliquien seien ein Mittel, wie er sagte, um die längst verstorbenen und verklärten Heiligen wieder greifbar zu machen.


Sicher war dieser Gottesdienst kein vollwertiger Ersatz für das jährliche Bonifatiusfest auf dem Domplatz in Fulda und unser Patronatsfest am Taufstein, das dieses Jahr ebenfalls ausfallen musste. Alle wären froh, wenn beide im nächsten Jahr wieder in gewohnter Weise stattfinden könnten, aber es war besonders am Ende, als das Bonifatiuslied gesungen wurde, spürbar, dass die Sehnsucht vieler Anwesender nach der traditionellen Verehrung der beiden Heiligen, den Umständen entsprechend, gestillt wurde. 

 


Text: Jannik Heger

Fotos: Domenika Vogler

 


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